Die Anlage "Michelsee", die ich nach dem Vorbild von "Wasserfallen" gebaut habe, hat ebenfalls eine Oberleitung erhalten. Diese ist vor allem dank der schlankeren Masten doch etwas zierlicher und im ganzen vorbildgetreuer ausgefallen.
Die gezeigte Fahrleitung ist als Attrappe ohne Funktion gebaut, wobei die Pantos nicht direkt am Fahrdraht anliegen. Dies erlaubt wiederum, einen feinen Fahrdraht zu spannen.
Zum Dritten - System Michelsee
Die Fahrleitung
Wenn auch in etwas vereinfachter Bauweise, gibt die selbst gebaute Oberleitung doch recht stimmig den Eindruck einer SBB-Fahrleitung wieder.
Zum Bau der Fahrleitungsmasten habe ich als Montagehilfe auf einem Stück Karton zuerst einmal eine Lehre gezeichnet. Darauf sind die nötigen Masse angegeben, wie die Höhe der Masten, die Lage des Fahrdrahtes und der Ausleger sowie die Abstände der Masten bei den Quertragwerken.
Als Material verwende ich lötbare Schienenprofile, die sich mit der Trennscheibe oder einem Seitenschneider ablängen lassen. Die Höhe der Masten berücksichtigt auch die notwendige Zugabe unter das Gleisniveau, um sie später versenkt einbauen zu können.
Die zu verlötenden Teile, hier die beiden Masten und Träger für ein Quertragwerk, werden mit einem Stück Klebband fixiert. Jetzt können die ersten beiden Querträger auf der einen Seite der Masten angelötet werden.
Das Werkstück wird gewendet um die Verstrebungen zwischen den Querträgern anzubringen.
Die Querträger auf der zweiten Seite sind ebenfalls angelötet. Die Lötpunkte werden jetzt noch mit der Feile plan geschliffen.
Jetzt können die Ausleger zur Aufhängung des Fahrdrahts montiert werden. Dafür verwende ich ganz einfach Stecknadeln, denen ich den Kopf abzwicke. Um die Ausleger an der richtigen Position zu montieren, habe ich die Lage des Fahrdrahts über dem Gleis mit einem Faserschreiber auf dem Querträger eingezeichnet.
Einzelne Streckenmasten werden gleich "in Serie" produziert. Mit zunehmender Übung geht die Arbeit schliesslich recht flott voran.
Es fehlen noch die Isolatoren. dazu lassen sich feine Glasperlen (Chrälleli), wie sie als Bastlerbedarf erhältlich sind, sehr gut gebrauchen.
Die Perlchen können einfach auf die Ausleger gestreift und mit einem tropfen Sekundenkleber befestigt werden.
Das Quertragwerk ist fertig montiert und bereit zum lackieren. Für diese einfache Lackierung reicht auch die Farbe aus der Spraydose, wenn der Lack dünn und in mehreren Schichten aufgetragen wird. Vorher müssen die Ausleger, die keine Farbe erhalten sollen, mit Abdeckband abgedeckt werden.
Die Masten und Quertragwerke haben eine graue Lackierung erhalten. Die Isolatoren habe ich mit einem feinen Marderhaarpinsel mit einem metallic-grünen Anstrich versehen.
Aufgestellt werden die Masten in einer Bohrung im Trassee und mit Sekundenkleber befestigt.
Schliesslich können noch die Fahrdrähte gespannt werden. Als "Fahrdraht" dient ein Nähgarn, das ich mit Silber-Metallic Acryl überzogen habe (das geht ganz einfach mit etwas Farbe zwischen Daumen und Zeigefinger) und das mit Sekundenkleber an den Auslegern fixiert wird.
Eine Oberleitung mit Funktion nach diesem Prinzip zu bauen, wäre durchaus denkbar. Das würde aber auf jeden Fall stärkere Fahrdrähte erfordern, die dem Anpressdruck der Pantos widerstehen, dies ginge wiederum nur auf Kosten der optischen Wirkung.