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Die Triebfahrzeuge der Schweizer Eisenbahnen
Die Bezeichnung der Schweizer Triebfahrzeuge

Die Bezeichnung bis 1989

Das damalige Eidg. Eisenbahndepartement verlangte eine einheitliche Bezeichnung für Fahrzeuge der konzessionierten Schweizer Eisenbahnen, welches bedingt durch die technische Entwicklung der Fahrzeuge wiederholt Änderungen oder Ergänzungen erfuhr. Die letzte Änderung des alten Systems erfolgte 1968.

Die Grossbuchstaben zeigen bei Lokomotiven die Zugsreihe, bei Triebwagen die Ausführung an.

Lokomotiven (Zugsreihe)

A - Normalspur-Lokomotive mit Vmax über 85 km/h
B - Normalspur-Lokomotive mit Vmax von 75 bis 85 km/h
C - Normalspur-Lokomotive mit Vmax von 60 und 65 km/h
D - Normalspur-Lokomotive mit Vmax von 45 bis 55 km/h
E - Rangierlokomotive, Tenderlokomotive
F - Elektrolokomotiven (bis 1920)
G - Schmalspur-Lokomotive für Adhäsionsbetrieb
H - Lokomotive mit Zahnradantrieb
R - Lokomotive mit erhöhter Kurvengeschwindigkeit gegenüber A und Vmax mindestens 110 km/h
T - Traktor, Feuerlose Dampflokomotive

Eine Kombination ist ausser bei H und G nicht möglich. HG bezeichnet folglich eine Schmalspurlokomotive mit gemischtem Adhäsions- und Zahnradantrieb. Bis 1939 galt die Bezeichnung HG allerdings generell für Lokomotiven mit Reibungs- und Zahnradantrieb.

Tenderdampfloks wurden grundsätzlich mit einem E bezeichnet. Die Angabe der Höchstgeschwindigkeit erfolgte mit einem angefügten Kleinbuchstaben, also z. B. eine Eb 3/5 war eine Tenderlok mit Vmax = 80 km/h. Getrennte Fahrwerke wurden bei Dampfloks in der Bezeichnung angezeigt. Ed 2x2/2 beispielsweise stand somit für eine Mallet-Tenderlok mit Vmax = 55 km/h.

E-Lokomotiven wurden bis 1920 mit der Zugsreihe F bezeichnet. Die Angabe der zulässigen Höchstgeschwindigkeit erfolgte analog zu den Dampfloks mit einem Kleinbuchstaben. So wurde die erste Be 4/6 noch als Fb 2x2/3 ausgeliefert.

Zur Kennzeichnung der Bauserien eines Loktyps wird eine hochgestellte römische Ziffer verwendet, z B. Re 4/4I, Re 4/4II.



Triebwagen (Ausführung)

A, As - Triebwagen mit Erstklass- oder Salonabteil
B - Triebwagen mit Zweitklassabteil
C - Triebwagen mit Drittklassabteil
D - Triebwagen mit Gepäckabteil (seit 1962)
F - Triebwagen mit Gepäckabteil (bis 1961)
K - geschlossener Gütertriebwagen (alle Ke wurden später in Fe umbenannt)
O - offener Gütertriebwagen
R - vorne: Triebwagen mit erhöhter Kurvengeschwindigkeit und Vmax mindestens 110 km/h
R, r - nach A oder B: Restauration, Buffet
S - Sonderabteil
ST - selbstfahrender Containertragwagen (CargoSprinter)
X - Diensttriebfahrzeug
XT, VT - selbstfahrender Dienstwagen
Z - Triebwagen mit Postabteil

Kombinationen sind bei Triebwagen möglich. Beispielsweise ist ein RBe ein elektrischer Triebwagen zweiter Klasse mit erhöhter Kurvengeschwindigkeit. Mit zusätzlichem Erstklass- und Gepäckabteil ist es somit ein RABDe.
Eine Ausnahme bildeten die TEE-Züge, die nur mit RAe und RAm bezeichnet waren, obwohl sie auch verschiedene Abteile oder Speisewagen usw. aufwiesen.



Traktion

a - Akkumulator
e - Elektrisch
f - Funkfernsteuerung
h - Zahnradantrieb (bei Triebwagen und Traktoren)
m - mechanisch mit Brennstoff (Diesel, Gasturbine)
t - Steuerwagen
ohne - Dampf

Die Kleinbuchstaben zur Bezeichnung der Traktion können auch kombiniert sein. Beispiele: Eem oder Tem.

Zur Unterscheidung von Triebwagen mit Zahnradantrieb wird bei reinen Zahnradfahrzeugen das h vor den Kennbuchstaben der Antriebsart gestellt, ein Triebwagen zweiter Klasse ist somit ein Bhe 2/4. Kann der Triebwagenals als Adhäsions- und Zahnradfahzeug verkehren, steht das h hinter der dem Kennbuchstaben der Antriebsart, also z. B. Beh 2/4.


Beispiele

Zur Verdeutlichung der Bezeichnungen einige Beispiele:

A 3/5 - Eine normalspurige Dampflok mit einer Höchstgeschwindigkeit über 85 km/h (A). Drei von insgeamt fünf Achsen sind angetrieben (3/5).
Bm 4/4 - Eine Normalspur-Lokomotive mit einer Höchstgeschwindigkeit von 85 km/h (B), die mit einem Verbrennungsmotor (Diesel) angetrieben wird (m). Vier von insgeamt vier Achsen sind angetrieben (4/4).
Ae 3/6 - Eine Normalspur-Lokomotive mit einer Höchstgeschwindigkeit über 85 km/h (A), die elektrisch angetrieben wird (e). Drei von insgeamt sechs Achsen sind angetrieben (3/6).
Re 4/4 - Eine Normalspur-Lokomotive mit erhöhter Kurvengeschwindigkeit und Vmax über 110 km/h (R), die elektrisch angetrieben wird (e). Vier von insgeamt vier Achsen sind angetrieben (4/4).
RAe 2/4 - Ein normalspuriger Triebwagen mit erhöhter Kurvengeschwindigkeit (R) mit einem Abteil erster Klasse (A), der elektrisch angetrieben wird (e). Zwei von insgeamt vier Achsen sind angetrieben (4/4).
Ge 4/4 - Eine Schmalspur-Lokomotive (G), die elektrisch angetrieben wird (e). Vier von insgeamt vier Achsen sind angetrieben (4/4).




Die Bezeichnung ab 1989

Gegen Ende der 1980er Jahre waren die SBB bestrebt, ein neues Nummernschema einzuführen, das die bisherigen Bezeichnungen durch UIC-konforme Computernummern ersetzten sollte. Die Umstellung mit einigen zwischenzeitlichen Anpassungen erfolgt allerdings nur zögerlich, so dass viele Fahrzeuge noch mit den alten Nummern versehen sind. Die bisherige Bezeichnung der Zugsreihe oder Ausführung und der Traktion der Fahrzeuge mit Buchstaben wird beibehalten und weiterhin der Nummer vorangestellt (Re 420, Re 620 usw.). Die Nummer wird in zwei Dreiergruppen mit einer nach einem Bindestrich folgenden Prüfziffer dargestellt.
Funktional ist die Nummer hingegen in drei Zweiergruppen aufgeteilt, welche den Fahrzeugtyp bzw. die Traktion, die Eigentümergesellschaft und die laufende Nummerierung des Fahrzeugs bestimmen.

Erste und zweite Ziffer: Fahrzeugtyp, Traktion

Erste Ziffer 0: Dampf- und Museumslokomotiven
- 00 Dampflokomotiven
- 01 Elektrolokomotive
- 02 Elektrische Triebwagen und Triebzüge
- 03 Diesellokomotiven
- 07 Traktoren
- 08 Schneepflüge
- 09 Sonderfahrzeuge

Erste Ziffer 1: Schmalspurfahrzeuge Zentralbahn (ex Brünigbahn)
- 10-14 Lokomotiven und Triebwagen
- 17 Traktoren
- 18 Schneepflüge

Erste Ziffer 2: Traktoren
- 20 Akkumulatortraktor (Ta)
- 21: Elektrotraktor (Te)
- 22 Zweikrafttraktor: Elektro- und Dieselantrieb (Tem)
- 23 Dieseltraktor (Tm)
- 24 Elektrotraktor: Fahrleitungs- und Akkumulatorbetrieb (Tea)

Erste Ziffer 3: Elektrische Lokomotiven mit weniger als 4 angetriebenen Achsen (noch nicht verwendet)

Erste Ziffer 4: Elektrische Lokomotiven mit 4 angetriebenen Achsen; zweite Ziffer zur Angabe der Lokgeneration (z. B. Re 4/4 II wird zu Re 420, Re 4/4 III zu Re 430)

Erste Ziffer 5: Triebwagen und Triebzüge
- 50 Fernverkehrstriebzüge
- 51 Triebzüge für den Vorortsverkehr
- 52 Triebzüge für den Regionalverkehr
- 53 Triebwagen mit erster und zweiter Klasse
- 54 Triebwagen mit zweiter Klasse
- 55 Leichttriebwagen zweiter Klasse
- 56 neuere Triebwagen mit zweiter Klasse und Gepäckabteil
- 57 ältere Triebwagen mit zweiter Klasse und Gepäckabteil
- 58 Gepäcktriebwagen
- 59 Dieseltriebwagen

Erste Ziffer 6: Elektrische Lokomotiven mit mehr als 4 angetriebenen Achsen

Erste Ziffer 7: selbstfahrende Dienstfahrzeuge und Baumaschinen (noch nicht verwendet)

Erste Ziffer 8: Diesellokomotiven, zweite Ziffer zur Angabe der angetriebenen Achsen

Erste Ziffer 9: Elektrische Rangierlokomotiven, zweite Ziffer zur Angabe der angetriebenen Achsen

Dritte und vierte Ziffer: Eigentümergesellschaft und Seriennummer

Dritte Ziffer 0 bis 4: Eigentümerin SBB CFF FFS

Dritte Ziffer bei Elektrolokomotiven und elektrischen Triebwagen und Triebzügen
- 0 Einspannungsfahrzeug
- 1 Einspannungsfahrzeug, Ausrüstung für Deutschland
- 2 Zweispannungsfahrzeug
- 3 Einspannungsfahrzeug, Variante/Unterbauart
- 4 Vierspannungsfahrzeug

Dritte Ziffer bei Traktoren:
- 0 Leistung bis 99 kW
- 1 Leistung 100 bis 199 kW
- 2 Leistung 200 bis 299 kW
- 3 Leistung 300 bis 399 kW
- 4 Leistung 400 bis 499 kW

Vierte Ziffer: Teil der Seriennummer

Dritte Ziffer 5: Eigentümerin BLS Lötschbergbahn
Vierte Ziffer: Teil der Seriennummer

Dritte und vierte Ziffer 60 - 89: Sonstige Privatbahnen

Fünfte und sechste Ziffer: laufende Nummerierung

Die Fahrzeugnummern können bei 00, resp. bei 000 beginnen. Die SBB begannen anfänglich die Nummerierung mit 000, so war die erste Re 460 die 460 000, die zweite die 460 001 usw. Die BLS und die meiste Privatbahnen begannen die Nummerierung bei 001. Inzwischen nummerieren auch die SBB die Triebfahrzeuge ab 001.

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