Die "Köfferlilok" Ce 6/8'
Die Ce 6/8 I 14201 war eine Probelokomotive, die die SBB im Juni 1917 bestellten. Sie sollte am Gotthard zum Einsatz kommen. Geplant war ursprünglich eine laufachslose Lokomotive mit der Achsfolge C’C’. Wie sich bald zeigte, konnten aber die vom Pflichtenheft geforderten Gewichtslimiten nicht eingehalten werden. Deshalb wurden die Drehgestellrahmen verlängert, um Platz für je eine Laufachse zu schaffen. War es Zufall oder Fügung, dass ich genau die Teile, die ich zum Bau der meiner „Köfferlilok“ benötigte praktisch zur selben Zeit im Netz entdeckt habe und schliesslich für kleines Geld erwerben konnte? Wie auch immer, dem Vorhaben stand somit nichts mehr im Wege. Das waren im wesentlichen Teile einer Ce 6/8 III von Minitrix und der Kasten einer Be 4/6 von Roco. Mein Modell entspricht nicht in allen Details dem Vorbild, am deutlichsten wird der Unterschied am Fahrwerk mit der falschen Achsanordnung. Deshalb habe ich meine Köfferlilok kurzerhand als 14202 nummeriert, also eine fiktive Maschine, die sich aber ans Vorbild anlehnt. Mich stört‘s nicht weiter, im Vordergrund der Bastelei stand der Spass an der Freude und das Ergebnis kann sich in meinen Augen trotzdem sehen lassen. | ||
Die grundlegenden Teile. Als Fahrwerk dient jenes einer Ce 6/8 III von Minitrix. Der Lokkasten entsteht aus einem Roco Gehäuse einer Be 4/6. | ||
Zuerst muss nun das Chassis an das Gehäuse angepasst werden. Die Gewichte unter den Vorbauten werden gekürzt und die Lampen-fassungen entfernt. Der Mittelteil des Chassis muss seitlich abgeschliffen werden, damit das schmalere Roco Gehäuse drüber passt. | ||
Kurze Anprobe des Gehäuses - es passt. Auch die Kurvengängigkeit ist noch gegeben. | ||
Die “Köfferli” habe ich aus den Vorbauten des Minitrix Krokodils zugeschnitten. Die Fronten des Lokkastens werden in der unteren Hälfte plan geschliffen und jeweils ein Kartonplättchen als Rahmenverlängerung angesetzt. | ||
Die Vorbauten werden mit Sekunden- kleber angesetzt. Jetzt ist das Gehäuse komplett und kann neu lackiert werden. | ||
Zuerst wird das Gehäuse komplett grundiert und in der Grundfarbe gespritzt. An den Stirnseiten habe ich Pufferbohlen aus Kartonstreifen angebracht. Karton kann mit Sekundenkleber versteift werden, einfach den Leim flächig und nicht zu dick auftragen. Im nächsten Schritt werden Dach und Dachleitungen lackiert, ebenso die Pufferbohle. Die Beschriftung wird angebracht wie auch die Lampen und Übergangsbleche an den Fronten. Die Lampen sind hier nur Attrappen aus kleinen Glasperlen. Diese verschliesse ich mit einem Tropfen Sekundenkleber und lege sie danach mit abgedunkelter Silberfarbe aus. Die originalen seitlichen Fenstereinsätze des Roco Modells zeigten sich als zu dick, deshalb habe ich dünne Plastikstreifen zugeschnitten und eingeklebt. Dahinter liegt noch eine gedruckte Innenraumattrappe. Zum Schluss werden die Fenster im Führerstand wieder eingesetzt und die Pantos wieder angebracht. Die Pufferbohlen werden mit Puffern und Bremsschläuchen aus der Bastelkiste bestückt. Leitern unter den Türen konnte ich leider keine anbringen, da sonst das Fahrwerk nicht mehr ausschwenken kann. Damit ist meine “Köfferlilok” fertig und bereit zum Einsatz. | ||
© mf | ||
Köfferlilok Ce 6/8'