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Das Abenteuer, einen Kamerazug zu bauen
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von Peter Schambach
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Angeregt durch einen Messebesuch wurde die Idee geboren, mich mal an einem Kamerazug zu versuchen.
Ich betreibe eine grössere, analoge Spur N Anlage und mein Wunschgedanke war, dass der Kamerazug dann im automatischen, relaisgesteuertem Blockstellenbetrieb mit den andern Zügen verkehren sollte.
Um mich in der Sache ein bisschen schlauer zu machen, wurde als erstes mal das Internet bemüht. In vielen Foren und Webseiten haben Modellbahnfreunde ihre Bastelideen und Erfahrungen zu Kamerazügen hinterlegt.
Im ersten Wagen wurde die Kamera mit Anschluss-Stecker eingebaut. Der Einbau der Kamera war problemlos, nur der doch etwas gross geratene Stecker der Kamera machte Probleme. Erst durch kürzen des Kabelknickschutz wurde der Einbau gelöst. Der kurze
Gegenstecker wurde durch eine eigene Konstruktion gelöst.
Da die Drehgestelle 1 bis 5 komplett zum Abgreifen der Spannung für den Festspannungswandler genutzt werden, aber die Drehgestelle 4 und 5 nicht für den Antrieb genutzt werden dürfen, sonst überfährt der Zug die Stopstrecken vor den Signalen, sind div. Kabelverbindungen von nöten. Dabei mussten auch div. Sperrdioden verbaut werden.
Blick in die Mechanik vom 3. "Antriebs"- Drehgestell. Zu erkennen ist der teilweise abgefräste Rahmen vom 2. (Motor)Wagen und der vordere Drehpunkt vom 3. Wagen, sowie div. Kabelverbindungen.
Besondere Aufmerksam war wohl zu folgenden Punken wichtig:
  1. Der Zug darf nicht zu schnell fahren, sonst gibt es unter Umständen springende Videobilder.
  2. Es muss unbedingt immer Spannung auf der Kamera sein, sonst fällt das Videobild zusammen und es dauert wieder etwas Zeit bis sich ein neues Videobild aufbaut.
  3. Ein langer, geschobener Zug ist entgleisungsanfällig, besonders in engen Kurven und über Weichenstrassen.
  4. Batterie- bzw. Akku-Betrieb könnte Platz- und Gewichtsprobleme mit sich bringen.
  5. Eine gute Ausleuchtung der Fahrtstrecke sollte auch von Vorteil für das Videobild sein.

Da ein gelingen der Aktion unsicher war, sollte der Bastelspass aber auch nicht allzu teuer werden. Also den eigenen Fundus sichten und was fehlt im Ebay ersteigern. Einzig die Funk-Kamera habe ich neu bei "Spyzoo" gekauft, weil die Kameramasse mit 10 x 10 x 35 mm für diesen Zweck geradezu ideal sind. Die Funk Mini Kamera arbeitet im 2,4 GHz Bereich, hat eine Auflösung von 380 TV-Linien und wird mit 5 Volt Spannung betrieben, somit auch gute Voraussetzungen zum Betrieb mit einem 5 Volt Festspannungswandler.
Dass hier kein HD-Videobild zu erwarten war, ist mir schon klar, aber für meinen Zweck sollte das in Ordnung gehen.
Die elektronischen Teile für den 5 Volt Festspannungsregler wurden im Elektronikladen erstanden. Die passende Leiterplatte hierzu wurde später dann passend zum Einbau in einen Wagen angefertigt.
Im Fundus fanden sich 4 Piko Doppelstockwagen, meist ohne Drehgestelle, aber mit noch guten Gehäusen. Des Weiteren war noch ein Rahmen einer BR103 von Fleischmann mit Drehgestellen, jedoch ohne Motor, sowie ein Diesellokgehäuse ohne Rahmen und Drehgestelle die Ausbeute im Fundus.
Daraus sollte jetzt ein "nicht ganz geschobener" Kamerazug mit einer Dummy-Lok am Zugende werden. Da im automatischen Fahrbetrieb immer eine Spannung zwischen 5 und 10 Volt am Gleis anliegt, sollte der Betrieb der Kamera mit dem analogen Fahrstrom aus dem Gleis und über einem 5-Volt Spannungsregler auch funktionieren. Ferner war es nötig, dass ich für jeden Wagen einen eigenen Rahmen aus Ms-Blech fertigen musste um die nötige Verbindungsmechanik zwischen den einzelnen Wagen und den Drehgestellen zu ermöglichen.
Weil lange geschobene Züge erfahrungsgemäss so Ihre Probleme haben, besonders beim überqueren von Weichenstrassen, habe ich durch umfangreiche Bastelarbeiten den Antrieb in den 2. Wagen gebaut, so dass nur der Kamerawagen (ein 3-achsiges Drehgestell) geschoben und der Rest des Zuges gezogen wird.
Zu diesem Zweck wurde der Rahmen der BR103 in der Mitte duchgeschnitten und um 25 mm verlängert. Dadurch wurde es möglich einen ersteigerten Motor von Arnold und ein Zwischen- getriebe mit einer cirka 2 zu 1 Untersetzung, im Rahmen zu platzieren und die Drehpunkte der beiden Drehgestelle passend zu den Wagengehäusen herzustellen.
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Ich wollte unbedingt verhindern, dass im automatischen Fahrbetrieb kurze Stromunterbrechungen, wie sie zum Beispiel beim überfahren von Weichenstrassen entstehen können, zum Ausfall der Bildübertragung führen. Ferner
sollte das Videobild auch beim Stopp vor den Signalen noch erhalten bleiben.
Das Zwischengetriebe soll die Geschwindigkeit des Zuges drosseln, um so ein ruckelfreies und flüssiges Videobild zu begünstigen.
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Blick in die Mechanik vom 4. Drehgestell. Zu erkennen sind die Drehpunke vom 3. und 4. Wagen, sowie div. Kabelverbindungen.
Die Mechanik und die Kabelverbindungen in den Drehgestellen werden durch den Faltenbalg abgedeckt und sind dann im kompletten Zug nicht mehr zu erkennen.

Im letzten Wagen wurde der komplette Festspannungswandler mit Ein/Aus Schalter und einer Steckerkupplung für die Verbindung zur Dummylok montiert.
Auf einer eigens gefertigten Leiterplatte wurde der "78T05" mit Kühlblech und alle dazu notwendigen elektronischen Bauteile verschaltet. Das Kühlblech wurde aus einem Stück Alublech gefertigt und die Kühlflächen der Dachschräge vom Gehäuse angepasst.
Am Zugende sollte natürlich auch eine Schiebelok ihre Dienste tun. In meinem Fall war es nur eine "Dummylok", da mein Antrieb im Wagen 2 versteckt ist. Ach hier wurden wieder stromführende Drehgestelle im ebay ersteigert und ein passender Rahmen hierzu entwickelt. Die Lok soll eine Art "Batteriewagen" werden.
Dazu wurde ein Kondensator (4700uF 16Volt), mit vor- geschaltetem Gleichrichter auf einer Leiterplatte verschaltet. Die gespeicherte Energie steht über den Eingang des Spannungs- wandlers zusätzlich der Kamera zur Verfügung Die Verbindung zum Wagen 4 wird durch eine lösbare Steckerverbindung gewährleistet.
Alle diese schaltungstechnischen und elektronischen Massnahmen sollen eine lückenlose Stromversorgung für die Kamera garantieren. Zusätzlich für ein gutes Videobild sind frontseitig am Kamerawagen noch leuchtstarke LED verbaut worden. Je 2 LED über der Pufferbohle und in einem eigens gefertigten Dachaufbau je 3 LED. Des weitern wurde das "Fensterglas" am mittleren Frontfenster des Kamerawagens entfernt, um so einen klaren
Durchblick für die Kamera zu haben.
Fazit: Heute verkehrt der Kamerazug zu meiner vollsten Zufriedenheit in einem Blockstellenkreis mit jeweils immer 4 Zügen im Umlauf, welche 7 Blockstellen, 3 Bahnhöfe, etliche Langsamfahrstrecken und zum Zugwechsel einen 5-fach Schattenbahnhof durchfahren. Befürchtungen, dass die verbaute Oberleitung unter Umständen die Funksignale der Kamera negativ beeinflussen könnten, haben sich nicht bewahrheitet.
Das per Funk auf meinen Laptop übertragene farbige Videobild ist 10 cm x 8 cm groß und läuft ruckelfrei auf meinem Laptop. Bei Vollbildeinstellung reicht leider die Rechnerleistung meines alten Laptop nicht aus und das Videobild ruckelt.
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Da im Betrieb das Kühlblech recht warm wurde, habe ich im Gehäuse die oberen Fenster entfernt, um eine bessere Abkühlung zu ermöglichen.
So wurde der Festspannungs- wandler "78T05" verschaltet. Nähere Infos hierzu habe ich dem Internet entnommen. Auf einer Versuchsleiterplatte testete ich erst mal die Schaltung, bevor ich eine passende Leiterplatte zum Einbau in den Wagen entwickelte.
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© Peter Schambach
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